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Ein Berliner auf den Spuren Buddhas
Das künstlerische Wirken von Rudolf Hampe in Thailand
Rudolf Hampe wurde 1906 in Berlin geboren und studierte dort Kunst und Kunstgeschichte an der Hochschule für Bildende Künste. Seine Liebe galt neben der Grafik besonders der Landschaftsmalerei, die er auf seinen ausgedehnten Studienreisen in den Fernen Osten vertiefte. 1930 führte ihn eine solche Reise erstmals nach Siam. Die wundervollen, jahrhundertealten Tempelanlagen mit ihren Skulpturen, Ornamenten und Wandmalereien fesselten sein künstlerisches Interesse. Nach Abschluß seines Studiums siedelte er 1933 endgültig nach Thailand über, konvertierte zum Buddhismus, heiratete eine Thailänderin und fand dort seine neue Heimat. | | | | Angeregt von den vielfach teilzerstörten Tempelschätzen und der buddhistischen Lehre, schuf Hampe Werke von filigraner Intensität und märchenhaftem Formenreichtum. Während seines jahrzehntelangen Aufenthaltes in Thailand hat der Maler und Kunsthistoriker zahlreiche alte Kunstwerke wiedererstehen lassen. Er hielt Skulpturen, Ornamente und Wandmalereien, die sich mit Buddha und seinem Leben beschäftigten in tausenden von Skizzen fest, nach denen er später seine Bilder malte. Viele dieser herrlichen Kunstwerke drohten der Nachwelt verloren zu gehen, weil von thailändischer Seite zu dieser Zeit wenig zur Erhaltung, geschweige zur Restaurierung und Bestandsaufnahme, getan wurde. | | Die bekannteste Veröffentlichung, welche Arbeiten Rudolf Hampes enthält, ist die 1957 in Bangkok in erster Auflage erschienene Edition "The Life of the Buddha". Dieser Band war gleichzeitig ein Geschenk der USA zur 2500-Jahrfeier des Buddhismus in Thailand und dokumentiert in 65 farbigen Bildern Szenen aus dem Leben Buddhas. Die einzelnen Lebensstationen des Religionsbegründers wurden von Hampe mit thailändischen und englischen Begleittexten versehen, die er in enger Zusammenarbeit mit dem buddhistischen Gelehrten Somdeck Phra Vanarat erarbeitete. Die Szenen aus Buddhas Leben beeindrucken durch ihre Farbenpracht. Grundlage dieser Bilderfolge von der Geburt bis zum Tod Buddha Siddharta Gautamas bildeten Darstellungen verschiedener Tempelanlagen Bangkoks, Thonburis und des Wat Choengtae in Ayuthya. | | | | In Deutschland wurden seine vielfältigen Arbeiten mit unterschiedlichen Werkstoffen erstmals 1965 in einer Wanderausstellung durch zwölf deutsche Städte gezeigt. Die Exponate reichten von der Wiedergabe eigener Landschaftseindrücke in Aquarell über Lebensszenen Buddhas in Öl auf Leinen und als Lithographien bis zu Skulpturen Buddhas aus Stein, Alabaster und Holz. Im Gegensatz zur alten Tempelmalerei anderer südostasiatischer Länder, stellte Hampe die Malerei der Siamesen in ihrer Ursprünglichkeit dar, die keine Räumlichkeit zuläßt. Die Akteure seiner Darstellungen verharren in der Fläche und werden durch eine sehr subtile Ton-in-Ton-Wiedergabe differenziert. | | Flächig zeigen sich auch die Figurengruppen in seinen Lithographien, die reizvolle Nachempfindungen alter siamesischer Vorlagen sind und einen stark ornamentalen Charakter aufweisen. Auf ihnen heben sich die schmalhüftigen Tempeltänzerinnen und galoppierenden Rosse, die Mönche Buddhas und Provinzfürsten in kostbaren Roben stets silhouettenhaft von dem eierfarbenen Weiß des Reispapiers ab. Die Flächen in schwarz, braun, blau und rötlichgrau wirken durch ihre rasterartige Struktur auf den Betrachter wie ein Relief, niemals werden glatte Farbtöne sichtbar. Diese besondere Darstellungsweise findet sich auch auf seinen Ölgemälden wieder. | | | | Nach Einschätzung der "Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens" in Hamburg war Rudolf Hampe in den 1940er bis 1960er Jahren der intimste Kenner der buddhistischen Malerei in Thailand. Der breiten Öffentlichkeit war ist bis heute kaum bekannt, daß im Kulturschaffen des thailändischen Volkes die Wandmalerei der Tempelanlagen die gleiche künstlerische Bedeutung hat, wie die zahlreichen und wesentlich bekannteren Buddhastatuen der thailändischen Geschichte aus den verschiedenen Epochen des heutigen Thailand. | | Unter weitgehendem Verzicht auf eigenes Schaffen widmete Rudolf Hampe einen Großteil seines Lebenswerkes der Erhaltung beschädigter Tempelmalereien, die durch Alter und Witterungseinflüsse verloren zu gehen drohten. Hampe aber hielt sie in seinen Bildern und Graphiken fest. Dank seiner unerschöpflichen Rekonstruktions- und Restaurierungsarbeit konservierte er zahlreiche und vor allem kunsthistorisch bedeutende Teile thailändischer Tempelbilder und hat damit großen Anteil an der Bewahrung unersetzlicher Zeugnisse der alten Kultur seiner Wahlheimat. Gewissenhaftes Studium der buddhistischen Religionsgeschichte und Mythologie, unermüdliche Arbeit an der Verbesserung seiner Techniken und ein gutes Einfühlungsvermögen zeichnen das Werk des Konvertiten Hampe aus. Im September 1970 verstarb er, nur 65-jährig, in Bangkok. | | | | | | | | | | |
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